Zweck & Aufgabe
Der Stromlaufplan ist der wichtigste Schaltplan überhaupt. Er zeigt jeden einzelnen Stromkreis mit allen Betriebsmitteln so, dass sich die Funktion der Schaltung eindeutig ablesen lässt.
Er ist die Grundlage für Fehlersuche, Inbetriebnahme, Umbauten und für die Ableitung weiterer Pläne (Verdrahtungsplan, Klemmenplan).
Die zwei Darstellungsformen
Es gibt zwei grundverschiedene Ausprägungen – und beide haben ihre Berechtigung.
Zusammenhängende Darstellung
Hier werden alle Kontakte und Spulen eines Betriebsmittels am selben Ort gezeichnet – ein Relais bleibt optisch ein Relais.
Vorteil: Der Zusammenhang innerhalb eines Geräts ist sofort sichtbar.
Nachteil: Die Leitungen verlaufen kreuz und quer, komplexe Schaltungen werden schnell unübersichtlich.
Diese Form ist heute nur noch bei einfachen Schaltungen oder in der Ausbildung üblich.
Aufgelöste Darstellung
Hier werden Kontakte und Spulen desselben Geräts räumlich getrennt gezeichnet – dort, wo sie in der Schaltung wirken. Das Gerät erscheint an mehreren Stellen, wird aber über das gleiche Betriebsmittelkennzeichen (z. B. -K1) verknüpft.
Vorteil: Die Signalwege werden gerade und leicht lesbar – von links nach rechts, von oben nach unten.
Nachteil: Man muss gedanklich nachhalten, dass ein Kontakt irgendwo anders seine Spule hat. Hilfe bietet der Kontaktspiegel unterhalb der Spule.
Heute ist dies die Standardform in industriellen Schaltplänen.
Praxis
Ein professioneller Stromlaufplan enthält ein Strompfadraster (durchnummerierte Spalten), ein Schriftfeld nach DIN EN 61082-1, eine Dokumentklassifikation nach DIN EN 61355, Betriebsmittelkennzeichen nach DIN EN 81346 und Querverweise auf die jeweils nächste Blattseite.
Zusammenhängend zeigt das Gerät. Aufgelöst zeigt den Signalfluss.